Samstag, 16. Juni 2012

Breaking Point

Gewicht: 85,8 kg (BMI 29,0); Ruhepuls 57/min 
 
Was für ein Tag. Vielleicht einer der wichtigsten Tage meines Lebens. Zumindest einer der wichtigsten Tage auf dem Weg zum Marathon und zum Traumgewicht. 

Angefangen hat alles noch ganz normal: Nüchternlauf wie immer, Frühstück, meine vormittäglichen Aktivitäten...aber dann kam ein überraschender Termin um die Mittagszeit dazu. Nein, das ist nicht ganz richtig - nicht der Termin war überraschend, aber Zeit und Ort. So musste ich spontan schon um kurz nach 11 Uhr los - ohne Mittagessen. Das ist bei mir immer eine halbe Katastrophe - mittags braucht mein Körper (oder eher mein Kopf?) ein richtiges Essen, also mit Hinsetzen an einen Tisch usw. So gehetzt mal zwischendurch - das geht GAR NICHT. Also kein Mittagessen. Dann lief der Termin nicht wirklich gut, auf dem Heimweg fing es richtig zu schütten an und es war vor dem nächsten Termin keine Zeit mehr, nochmal nach Hause zu fahren. Abends kam ich dann vollkommen erledigt nach Hause und fing an zu essen. Zunächst vernünftig mit viel Eiweiß, immer mit Blick auf meine Kalorien und Kohlenhydrate. Aber ich konnte nicht aufhören und es kam auch viel ungesundes Zeug dazu. Das Ergebnis kann man unten sehen: über 3000 kcal. Dass einen ein fehlendes Mittagessen und ein Misttag so aus der Bahn werfen können...aber das war es nicht alleine, wie mir später klargeworden ist. Ich hatte ja bereits am Montag so einen Aussetzer. Nun wieder. Ich war einfach noch nicht 100%ig bei der Sache. Ich habe zwar alles gemacht, geplant usw., schön und gut, aber mental hat da doch noch der letzte Kick gefehlt. 

Später am Abend war ich verzweifelt. Ich habe mich über mich selbst wahnsinnig geärgert und bin an einem Punkt angekommen, an dem ich alles in Frage gestellt habe. Eine Vertraute sagte mir dann auch noch am Telefon, ob es nicht besser wäre, es sein zu lassen und meinen Körper eben so zu akzeptieren, wie er ist. Ich war wirklich nah dran, alles aufzugeben. Mehr oder weniger ohne nachzudenken bin ich dann recht spät noch zum Fitnessstudio (mein Fahrrad hatte ich wegen des Regengusses auch noch am anderen Ende der Stadt stehen lassen müssen!) und habe angefangen, auf dem Crosstrainer zu strampeln. Und zu strampeln und strampeln und strampeln...
Ich kann nicht genau sagen, was da mit mir passiert ist. Ich kann nur sagen, dass es alles verändert hat. Ich wusste plötzlich, dass ich das will, dass ich mich der Sache zu 100% verschreiben will und nicht aufgeben werde, bevor nicht der letzte Kilometer gelaufen und das letzte Kilo gefallen ist. Und danach soll es natürlich weitergehen. 
Am Ende wurden es 2 Stunden und 20 Minuten auf dem Crosstrainer und danach noch 30 Minuten auf dem Fahrradergometer. Ich habe noch niemals eine so lange Zeit am Stück auf irgendeinem Gerät verbracht. Der Wahnsinn. Meine Klamotten waren richtig schwer vor Nässe, es waren kaum noch Leute im Studio und ich hatte das Vergnügen, mal den Übergang zwischen zwei Tagen dort zu erleben. Danach musste ich noch heimlaufen - angekommen bin ich um halb 1 Uhr nachts. Ich habe mich so gut gefühlt, wie schon sehr, sehr lange nicht mehr. Es war ganz unglaublich. In den 3 Stunden im Studio habe ich im Übrigen 1660 kcal verbrannt - 1632 hatte ich zu viel gegessen. Ich weiß, dass diese Rechnung so einfach nicht funktioniert und die Anzeige an den Geräten ja auch nicht die genaueste ist, aber mental war es extrem wichtig für mich, diese Zahl zu überschreiten. 

Es ist wirklich wahnsinnig schwer zu beschreiben, was an diesem Tag und speziell in diesen 3 Stunden mit mir passiert ist. Ich kann nur sagen, dass es ein entscheidender Wendepunkt für mich war. Ich fühle mich jetzt so bestärkt, so fokussiert - nichts und niemand wird mich stoppen können.

Tagesbilanz:
Laufen: Nüchternlauf 5 km in 41:28 min (Puls 153/min)
Zusatzsport: 
    - 140 min Crosstrainer (130-150 W, 1400 kcal) 
    - 30 min Fahrradergometer (150 W, 260 kcal)
Alltag: 9769 Schritte
Kalorien: 3029 kcal
Kohlenhydrate: 219 g
Protein: 198 g
Fett: 147 g

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